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Anker
Der Anker stellt die Verbindung zwischen Räderwerk und Unruh her. Durch wahlweises Eingreifen der Ein- oder Ausgangsseite in das Gang- oder Hemmungsrad führt der Anker einen gleichmäßigen Ablauf des Uhrwerks herbei. Der Anker zählt zu den am meisten strapazierten Teilen im mechanischen Uhrwerk.

Baguettewerk
Ein besonders schmales Werk, das für sehr kleine Damenuhren verwendet wird.

Beobachtungsuhr
Präzisionsuhr mit übergroßem Gehäuse und Zifferblatt für Navigationszwecke oder wissenschaftlichen Gebrauch.

Bläuen
Stahlzeiger oder Schrauben werden aus Gründen der Dekoration und als Oxydationsschutz blau "angelassen", indem man das zu bearbeitende Teil auf ein Anlassblech legt und erhitzt. Sobald die gewünschte Farbgebung erreicht ist, taucht man das Teil in Öl.

Breguet
Abraham-Louis Breguet (1747 – 1823) gilt als einer der bedeutendsten Uhrmachermeister in der Uhrengeschichte. Viele seiner Erfindungen gelten als bahnbrechend für die Uhrmacherei, so z.B. das Tourbillon und die Breguet Spirale.

Chaton
Bei sehr wertvollen Uhren werden die Lagersteine aus Rubin in Futter (Chatons) aus Bronze oder Gold eingesetzt. Dann werden diese mit zwei oder drei Schrauben in den Platinen des Uhrwerks befestigt.

Chronograph
Bezeichnung für eine Stoppuhr mit Auslösemechanismus in Kombination mit einer normalen Uhr.

Chronometer
Chronometer dürfen sich nur jene Uhren nennen, die aufgrund ihrer Präzision und hervorragender Zeitmeßergebnisse amtlichen Prüfungen standgehalten haben. Diese Prüfungen dauern 15 bis 22 Tage, die Uhren werden dabei in verschiedenen Temperaturen und Lagen getestet. Wenn bei diesem Test bestimmte Gangabweichungen nicht überschritten werden, stellt das prüfende Institut einen Gangschein aus. So muß z.B. der mittlere tägliche Gang eines Chronometers in fünf Lagen im Bereich von –4 Sekunden/Tag bis +6 Sekunden/Tag liegen.

Countdown-Timer
Einer rückwärts laufende Stoppuhr, die zurückläuft und beim Erreichen von 0 Minuten und 0 Sekunden akustische Signale abgibt.

Dichtungsring
Eine wasserdichte Uhr wird mit mindestens einem Dichtungsring am Gehäusedeckel, dem Glas und der Krone versehen. Früher wurden Dichtungsringe aus Kork, Blei und Gummi verwendet, heute sind diese Materialien durch verschiedenste Kunststoffe ersetzt worden.

Drücker
Zur Bedienung von Uhren mit Zusatzfunktionen reicht die Krone allein nicht aus. Deshalb versieht man diese Uhren mit kleinen Druckschaltern, die seitlich aus dem Gehäuse ragen.

Ebauche
Der aus dem Französischen stammende Ausdruck für das Rohwerk: ein Uhrwerk ohne Zifferblatt, Zeiger und Gehäuse. Viele Uhrenmarken beziehen Rohwerke in größeren Mengen und lassen sie dann durch ihre Uhrmacher modifizieren.

Edelstahl
Ein nichtrostender Stahl, der heute in der Uhrenindustrie nicht mehr wegzudenken ist. Edelstahl kann eine Legierung von Nickel und Chrom oder auch Molybdän und Wolfram mit Stahl sein. Edelstahl wird etwa seit Beginn der dreißiger Jahre in der Uhrmacherei verwendet.

Einstellring
Ein drehbarer Ring (Lünette) am Außenrand eines Uhrgehäuses, welcher der Ermittlung zusätzlicher Meßwerte dient. Dies kann beispielsweise die Funktion einer Weltzeit oder auch das Messen von Tauchzeiten sein.

Ewiger Kalender
Komplizierte Zusatzeinrichtung vor allem bei mechanischen Uhren zur Anzeige von Datum, Wochentag, Monat, Jahr und Mondphase und mit der Berücksichtigung von Schaltjahren. Uhren mit ewigem Kalender sind wegen ihrer geringen Produktionsstückzahlen und der umfangreichen Konstruktion- und Herstellungsaufwendungen nur im oberen Preissegment zu finden.

Federhaus
Die Zugfeder einer Uhr ist in einem Federhaus untergebracht. Das Federhaus besteht aus einer Trommel mit Verzahnung und einem abschließenden Deckel. In der Mitte haben Federhaus und Deckel eine große Bohrung zur Aufnahme des Federkerns. Dieser dient unter anderem zur Aufnahme des inneren Federendes.

Federsteg
Federstege finden für Uhren Verwendung, deren Armbänder nicht fest mit dem Gehäuse verbunden sind. Ein Federsteg ist ein Röhrchen aus Edelstahl, dessen Enden mit beweglichen Endstücken verschlossen sind. Diese werden durch eine kräftige Spiralfeder auseinandergedrückt. Federstege unterliegen einer hohen Beanspruchung und sollten regelmäßig ausgetauscht werden.

Feinregulierung
1. Arbeitsverfahren des Uhrmachers, das die besonders genaue Regulierung der Uhr zum Ziel hat.
2. Vorrichtung einer Uhr zur besonders genauen Regulierung. So geschieht bei Armbanduhren die Feinregulierung beispielsweise mit Hilfe von Abgleichschrauben, einer Schwanenhalsregulierung oder einen Rücker, der mit einem indirekten Hebel verstellt werden kann.

Funkuhr
Bei der Funkuhr handelt es sich um eine Quarzuhr, die über Funk gesteuert wird. Diese Uhren sind mit einem Decoder ausgestattet, der die Verbindung zwischen Quarzwerk und Empfänger herstellt. In Mainflingen bei Frankfurt/Main steht der Langwellensender DCF 77, der die in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig errechnete "Gesetzliche Zeit" versendet. Die Reichweite des Senders kann bis zu 2000 km betragen.

Gang
Keine Uhr läuft völlig genau. Hier spielen verschiedene Faktoren wie Qualität, Standort und Tragebedingungen eine Rolle, die zu Differenzen von Sekundenbruchteilen oder auch bis zu mehreren Minuten pro Tag führen können. Als Gang bezeichnet man nun den Unterschied zwischen 2 Ständen, wobei mit "Ständen" die abgelesene Zeitanzeige einer Uhr an zwei verschiedenen Tagen gemeint ist. "Der Gang einer Uhr beträgt 7 Sekunden pro Tag" bedeutet also, dass diese Tag für Tag um 7 Sekunden differiert. Der Uhrmacher kann den Gang einer Uhr durch Regulierung verbessern.

Gangabweichung
Gangabweichungen hängen zu einem großen Teil von Faktoren ab, auf die der Uhrmacher keinen Einfluß hat, wie zum Beispiel schwankende Temperaturen, Erschütterungen, unregelmäßiges Aufziehen oder Verschmutzung. Von Gangabweichung spricht man also, wenn eine Uhr beispielsweise an einem Tag 15 Sekunden vorgeht und am nächsten Tag dann 20 Sekunden.

Gangdauer = Gangreserve
Die maximale Laufzeit eines mechanischen Uhrwerks nach Vollaufzug.

Genfer Streifen
Häufig verwendete rippenförmige Dekoration auf den Brücken und Kloben feiner Uhren, der vor der galvanischen Veredelung aufgebracht wird.

GMT
Greenwich Mean Time. Durch die südenglische Stadt Greenwich verläuft der Nullmeridian der Weltzeit. Die Erde ist in 24 Zeitzonen unterteilt, die Zeitanzeigen erfolgen auf der Erde immer bezogen auf GMT. So hat beispielsweise New York GMT -5, Sydney +8.

Handaufzugsuhr
Ein Zeitmesser, bei dem die Zugfeder täglich mit Hilfe der Aufzugs-Krone von Hand gespannt werden muss. Früher geschah dies bei Taschenuhren mit kleinen Schlüsseln. Mitte des letzten Jahrhunderts wurde der Kronenaufzug erfunden. Eine Handaufzuguhr muß täglich aufgezogen werden, weil die Zugfeder nur für eine Gangreserve von etwa 36 - 40 Stunden sorgt.

Hemmung
Ein Mechanismus, der die Kraft von der Zugfeder über das Räderwerk auf das Schwingsystem (Unruh, Unruhspirale) einer Uhr überträgt. Die Hemmung besteht aus dem Ankerrad mit zugehörigem Trieb, dem Anker mit den beiden Paletten, der Ankergabel, den Sicherheitsstiften sowie der großen Rolle mit Ellipse und der kleinen Rolle. Die beiden Rollen sind auf der Unruhwelle befestigt und bewegen sich im Rhythmus der Unruh hin und her. Die Hemmung einer mechanischen Armbanduhr führt Schwerstarbeit aus: Bei einer Schlagzahl der Unruh von 28.800 Halbschwingungen/Stunde lässt sie das Räderwerk innerhalb von 24 Stunden 691.200 Mal vorrücken. Innerhalb von vier Jahren ergibt dies über eine Milliarde Kraftstöße, die durch die Hemmung weitergeleitet werden. Dies entspricht der sechsfachen Leistung eines menschlichen Herzens.

Incabloc
Eine Stoßsicherung, die in den 50er Jahren für Armbanduhren entwickelt wurde und heute die meistverwendete ist. Als die Erfindung noch relative jung war, druckte fast jeder Uhrenfabrikant das Wort "Incabloc" auf das Zifferblatt, um auf die besondere Qualität der Uhr hinzuweisen.

Indikation
Als Indikation werden in der Uhrmacherei alle Vorrichtungen bezeichnet, mit deren Hilfe der Ablauf der Zeit, des Gehwerks und seiner Hilfswerke dargestellt wird. Hierzu dienen die sogenannten Indikationsblätter. Hilfsindikationsblätter liefern Angaben, die über die normale Zeitanzeige hinausgehen, wie z.B. das Anzeigen der Mondphase. Als Hilfszifferblätter werden dabei kleine Zifferblätter bezeichnet, die beispielsweise Informationen über die Abstellung des Schlagwerks oder der Repetition geben.

Karat
Maßangabe des Goldgehalts einer Legierung in einer 24-teiligen Skala. Feingold wird entsprechend als 24 Karat bezeichnet. Ein Goldgehäuse einer hochwertigen Armbanduhr hat oftmals 18 Karat (also 750 Tausendteile Feingold) oder auch 14 Karat (also 585 Tausendteile Feingold). Der Goldgehalt eines Goldgehäuses ist fast immer auf den Rückdeckel mit einer Punze vermerkt.

Kaliber
Als Kaliber bezeichnet man in der Uhrmacherei ein bestimmtes Uhrwerk.

Kleine Sekunde
Eine kleine Sekunde findet sich meist bei Taschenuhren oder bei Handaufzugs-Armbanduhren. Stammt noch aus der Zeit, als die Räder im Räderwerk einer Uhr so angeordnet waren, dass sich das Sekundenrad nicht im Zentrum befand. Wenn nun eine Sekundenangabe auf dem Zifferblatt gewünscht war, hat man den Zapfen des Sekundenrades durch das Zifferblatt verlängert und einen Zeiger aufgesteckt. Die Position der kleinen Sekunde hängt von der Werkkonstruktion ab, befindet sich aber häufig bei 6 Uhr.

Komplikation
Fachausdruck, wenn die Uhr außer der Zeitanzeige z.B. ein zusätzliches Weckerwerk, Datumsanzeige oder andere Indikationen aufweist.

Lager
Bohrungen für die Zapfen des Räderwerks. In feinen Armband- und Taschenuhren, aber auch bei Großuhren werden die Bohrungen speziell für schnell drehende Räder und Triebe mit Lagersteinen versehen.

Lünette
Glasreif eines Gehäuses, der mit dem eingepressten Glas auf das Mittelteil des Gehäuses aufgesprengt oder verschraubt wird.

Mineralglas
Mineralglas zeichnet sich durch hohe Kratzfestigkeit aus und ist zudem relativ preisgünstig.

Quarzuhr
Zeitmesser, in dem weder Feder, Unruh noch Hemmung vorhanden ist. In einem Quarzwerk wird ein Kristall zum Schwingen gebracht. Die gleichmäßige Schwingung wird nun genutzt, um mit Hilfe eines Chip, also einer integrierten Schaltung, einen Motor anzutreiben. Im Rhythmus der zugeführten Impulse dreht dieser ein Räderwerk.

Rotor
In Uhren mit automatischem Aufzug ist der Rotor ein in beide Richtungen frei drehbares Segment aus möglichst schwerem Metall, das sich bei Bewegungen der Uhr dreht und dabei die Zugfeder spannt. Das Schwunggewicht ist entweder in der verbreiteten Variante über die gesamte Gehäusebreite parallel zum Werk kreisend (Zentralrotor) oder als Mikrorotor ins Uhrwerk integriert.

Saphirglas
Künstlich hergestelltes Glas mit höchster Härte und Kratzfestigkeit (9 Mohs), die nur von Diamant übertroffen wird.

Satinieren
Sehr feiner, häufig kreuzweiser Streifenschliff auf Uhrgehäusen.

Skelettuhr
Eine Uhr, bei der das Werk auf das Notwendigste an Material durch Stanzen, Sägen oder Fräsen reduziert wurde. Meist um eine Einblick in das Werk und die Technik zu ermöglichen.

Solarantrieb
Solarbetriebene Uhren nehmen die Energie des Lichts auf und speichern sie in einem Akku. Mit der Energie aus diesem Akku wird die Uhr angetrieben. Batteriewechsel sind also nicht notwendig.

Sonnenschliff
Ein Zierschliff für kreisrunde Flächen. Ändert sich beim Schwenken der Uhr der Einfallwinkel des Lichtes, wandert das von der geschliffenen Fläche reflektierte Licht im Kreis.

Stoppuhr
Zeitmessgerät zum Messen von Zeitintervallen zwischen Start und Stopp.

Stoßsicherheit
Kleinuhren sind im Sinne dieser Norm stoßsicher, wenn sie eine Belastung ertragen, die einen freien senkrechten Fall der Uhr aus ein Meter Höhe in beliebiger Lage auf einen Hartholzboden entspricht. Funktionsstörende Beschädigungen des Gehäuses und von Werkteilen (Zeiger, Glas, Kalendereinrichtungen) dürfen nicht entstehen - DIN 8308.

Tachymeter
Uhrenskala zum Messen der Geschwindigkeit. Wird bei einem Chronographen beim Passieren eines Kilometersteins der Sekundenzeiger gestartet, so zeigt dieser beim Erreichen des nächsten Kilometersteins auf der Tachymeterskala die Geschwindigkeit an.

Taucheruhr
Bei TaucheruhrenUhren ist die Wasserdichtheit maßgeblich. In der Regel sind diese Uhren bis mindestens 100m Tiefe (10 bar Druck) wasserdicht. Ebenso spielt die Ablesbarkeit eine wichtige Rolle. Die drehbare Lünette zum Einstellen der Tauchzeit darf nur in einer Richtung drehbare sein.

Titan
Titan ist ein äußerst widerstandsfähiges und leichtes Metall. Es eignet sich u.a.für Menschen mit Nickel-Allergie, da Titan kein Nickel enthält.

Tourbillon
Ursprüngliche Bezeichnung für eine Taschenuhr mit Drehgestell, das sich, wenn es vom Sekundenrad angetrieben wird, mit der Unruh und Hemmungsteilen einmal in der Minute dreht und eine Unwucht des Unruhsystems und damit Lagefehler ausgleicht.
Diese Konstruktion wurde erstmals von Abraham Louis Breguet (1747 - 1823) ausgeführt. Heute steht dieser Ausdruck für ein mechanisches System, das Gangfehler ausgleicht, die durch die Bewegung des Armes entstehen können.

Unruh
Die Unruh ist - zusammen mit der Unruhspirale - das Gang regelnde Organ einer mechanischen Uhr. Sie kann als statisch ausgewuchtetes Schwungrad definiert werden, das die Zeit - in Verbindung mit der Hemmung - durch ihre Schwingungen in gleich lange Abschnitte unterteilt. Als Takt gebendes Schwungrad, das das gleichmäßige Vorrücken der Zeiger über das Räderwerk ermöglicht, ist die Unruh somit für die Genauigkeit des Uhrwerks verantwortlich.

Zeitzone
Eine der 24 (je 15 Längengrade umfassenden) Zonen gleicher Zeit, in die die Erde eingeteilt ist. Beginnend beim Nullmeridian (der Stadt Greenwich). Die Zeit verschiebt sich beim Übergang von einer zu einer anderen Zeitzone jeweils um eine Stunde.

Begriffserklärung aus: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie im Internet


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